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8. Erfahrungsaustausch "Betriebliches Gesundheitsmanagement"
Der diesjährige Erfahrungsaustausch zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen widmete sich zwei aktuellen Fragestellungen: Wie kann das Betriebliche Gesundheitsmanagement die Umsetzung des Tarifvertrages im Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) unterstützen? Welche Impulse setzt das Betriebliche Gesundheitsmanagement zur Burnout-Prophylaxe? Mit fast 50 Gesundheitsmanagerinnen und –managern aus unseren Mitgliedsbetrieben gelang in der Stadt Leverkusen, unserem diesjährigen Kooperationspartner für den Erfahrungsaustausch, ein intensiver Diskurs.
Der erste Tag befasste sich mit der Umsetzung des Tarifvertrages im Sozial- und Erziehungsdienst in unseren Mitgliedsbetrieben. Mit der Tarifauseinandersetzung 2009 im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst hat ver.di zwei zentrale Ziele verfolgt: erstens eine deutlich verbesserte Eingruppierung im Rahmen der Entgeltordnung und zweitens die Schaffung von tarifrechtlichen Rechten zum betrieblichen Gesundheitsschutz. Dadurch eröffneten sich für ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen neue Perspektiven zur Umsetzung guter Arbeitsbedingungen. Mit der Betrieblichen Kommission und der Etablierung von Gesundheitszirkeln wurden durch den Tarifvertrag Instrumente der Mitwirkung und Beschäftigtenbeteiligung geschaffen. Diese können die Arbeit des BGM sinnvoll ergänzen. Einen Einstieg ins Thema fanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Vortrag von Gabiele Pielsticker (UK NRW), welche die aktuellen Ergebnisse der Studie zur „Strukturqualität und ErzieherInnengesundheit in Kindertageseinrichtungen“ (stege-Studie) vorstellte. Erste Ergebnisse dieser Studie sind unter www.kita-forschung.de nachzulesen. Jürgen Reichert (ver.di) gab in seinem Beitrag einen generellen Überblick zur Umsetzung des Tarifvertrages und stellte die Chancen aber auch die Hindernisse im betrieblichen Alltag heraus. Konkrete Beispiele guter Praxis berichteten Ellen Krell aus Solingen (Gesundheitsmanagement in Kindertageseinrichtungen), Regina Poppelreuter aus Leverkusen (Umsetzung TVSuE in der Sozialarbeit) und Susanne Albrecht aus Bielefeld (Gesundheitsprojekt in Bereich Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit).
Was versteht man unter Burnout? Was sind die Ursachen für Burnout? Welche Behandlungen gibt es? Was können Vorgesetzte tun, um Burnout zu verhindern? Wie sollte ein Betrieb mit Burnout-Erkrankten-Beschäftigten umgehen? Diese spannenden Fragen wurden am zweiten Tag des Erfahrungsaustauschs mit den Gesundheitsmanagerinnen und –managern diskutiert. Dr. Manfred Nelting vom Team der Gezeiten Haus Klinik Bonn führte mit einem Grundlagenvortrag in das komplexe Thema ein. Dr. Jürgen Hettler stellte anschaulich die Alarmsignale des Körpers, wie Erschöpfung, Bluthochdruck oder Muskelaktivität anhand von physiologischen Kennlinien dar. Um präventiv gegen Burnout vorzugehen, ist es jedoch noch wichtiger Warnsignale zu erkennen, da sie meist von den Betroffenen als solche nur sehr schwer wahrgenommen und in den richtigen Kontext gestellt werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierten in diesem Zusammenhang die besondere Rolle der Vorgesetzten und des Betrieblichen Eingliederungsmanagements. Aus den Beiträgen wurde deutlich, dass es ein immenses Spektrum an Möglichkeiten der Prävention und Intervention sowohl auf personenbezogener wie auch auf organisationbezogener Ebene gibt. Einen Weg stellen verstärkte Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung durch Meditations-, Konzentration,- Atem- und Bewegungsübungen dar. Elke Nelting erläuterte die Grundzüge von Qigong und führte mit den Gesundheitsmanagerinnen und –managern einige Qigong-Übungen durch.
Unser besonderer Dank gilt Regina Poppelreuter von der Stadt Leverkusen, die unseren achten Erfahrungsaustausch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement organisiert hat. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich sehr wohl gefühlt.