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Erkenntnisse aus Studien der Unfallkasse NRW sind nun Bestandteil der neuen TRBA 220
Die TRBA 220 „Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen“ aus dem Jahr 2002 wurde zwischenzeitlich überarbeitet und in Neufassung am 6.12.2010 bekannt gemacht. Die Überarbeitung erfolgte unter Federführung der „Fachgruppe Entsorgung“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Kooperation mit dem Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe des Ministeriums für Arbeit und Soziales. Zweck der Überarbeitung war es unter anderem, die TRBA an den Stand der Technik anzupassen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen zu lassen.
Bei Tätigkeiten im Bereich abwassertechnischer Anlagen bestehen sowohl Schmierinfektionsgefährdungen durch Hand-Mund-Kontakte beim Umgang mit kontaminierten Werkzeugen und Geräten oder bei Kontakt mit kontaminierter Kleidung als auch Gefährdungen durch die inhalative Aufnahme oder die Aufnahme von biologischen Arbeitsstoffen über die Schleimhäute. Ziel der Überarbeitung der TRBA 220 war es, Maßnahmen festzulegen, die diese Aufnahmewege unterbrechen. Dazu sind die am Arbeitsplatz auftretenden Aerosole zu minimieren und Schmierinfektionen jeglicher Art, auch über die Kleidung, zu vermeiden.
Neu sind daher die Absaugung oder die Luftschleierabsperrung der Aerosole am Schacht bei der Kanalspülung sowie die konsequente Nutzung der Fernbedienung in deutlichem Abstand vom Schacht auf windabgewandter Seite. Diese beiden Neuerungen basieren unter anderem auf Studien der Unfallkasse NRW. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind in den Übersichten dargestellt.
Die technischen Schutzmaßnahmen im Bereich der Kläranlagen wurden im Vergleich zur überarbeiteten TRBA nur unwesentlich geändert. Neu ist die Forderung nach Armaturen an Handwaschbecken, die ohne Berührung mit der Hand zu bedienen sind.
Die Regelungen zur Bereitstellung von Schutz- bzw. Arbeitskleidung sowie persönlicher Schutzausrüstung wurden konkretisiert. Schließlich wurden die Maßnahmen zur arbeitsmedizinischen Prävention, die unter anderem die arbeitsmedizinische Vorsorge beinhaltet, erweitert und konkretisiert.
Die überarbeitete TRBA können Sie hier herunterladen: TRBA
Weitere Informationen zum Thema sind Sie hier.
Untersuchungen der Bakterienbelastung am Schacht bei Einsatz eines Prototyps der Luftschleierabsperrung durch Horizontalgebläse
Untersuchung der Bakterienbelastung am Schacht und in 4m Entfernung bei Einsatz von Frischwasser- und Brauchwasserspülwagen
