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Fachtagung für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung
Die Unfallkasse NRW veranstaltete jetzt gemeinsam mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW eine zweitägige Fachtagung für schulfachliche Beraterinnen und Berater für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung. 75 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Nordrhein-Westfalen haben daran teilgenommen.
In ihrer Begrüßung ging Gabriele Pappai, Geschäftsführerin der Unfallkasse NRW, auf die vergleichsweise hohen Radunfallzahlen ein. Dabei machte Sie deutlich, dass trotz der unbestreitbaren Risiken die allgemeinen Wohlfahrtsgewinne, insbesondere aber der durch Bewegung an der frischen Luft hervorgerufene persönliche Gesundheitsgewinn beim Radfahren deutlich überwiegen. Ziel müsse es also sein, nicht das Radfahren einzuschränken, sondern die Radfahrsicherheit weiter zu erhöhen.
In einem Einführungsreferat haben Theo Jansen, Geschäftsstelle Zukunftsnetz Mobilität, Köln und Evelyn Unger-Azadi, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, das aus dem Netzwerk Verkehrssicheres NRW hervorgegangene Zukunftsnetz Mobilität NRW vorgestellt und die vier neuen Koordinierungsstellen weiterhin als einen verlässlichen Partner für die schulische Verkehrssicherheitsarbeit und Mobilitätsbildung beschrieben.
Wiebke Evers vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL), Ulm referierte über den aktuellen Zwischenstand des Forschungsprojektes „YOLO-Selbstsicher Radfahren“, welches im Auftrag der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) durchgeführt wird. Dabei geht es um die Frage, welche Veränderungen im Gehirn der besonders unfallträchtigen Altersgruppe der 12 bis 15 Jährigen stattfinden und ob diesen mit besonderen Interventionsansätzen entgegenwirkt werden kann.
Neben weiteren Fachvorträgen bot die Tagung Gelegenheit, an sechs Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um die sichere Mobilität von Schülerinnen und Schülern teilzunehmen. Ein Schwerpunkt dieser Fachtagung widmete sich der Verbesserung der Radfahrsicherheit der Schülerinnen und Schüler. Dabei konnten die Lehrerinnen und Lehrer mit Dr. Achim Schmidt, Sporthochschule Köln praxisnah verschiedene Übungen und Spiele mit dem Rad „erfahren“. Auch die Radfahrausbildung wurde in einem gemeinsam von Martin Kraft und Josef Weiß, beide vom Verkehrswacht Medien Service-Center, Bonn, und Andreas Bergmeier, Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn, intensiv beleuchtet. Das Programm reichte vom aktuellen Stand des Radfahrtrainings und der -ausbildung über neue Medien für den Unterricht bis hin zu flankierenden Lehrerfortbildungen, die in NRW bereits erfolgreich angeboten wurden.
In einem weiteren Workshop unter Leitung von Jens Leven, bueffee, Wuppertal, wurden Instrumente und Vorgehensweisen für die Erstellung von Schulwegplänen erprobt. Zwei Workshops zielten auf die Arbeit mit älteren Schülerinnen und Schülern ab. So wurde die Vor- und Nachbereitung des von der Polizei durchgeführten Crash Kurs NRW von Prof. Dr. Andre Bresges, Universität Köln thematisiert.
Patricia Merkel von der Jugendsuchtberatung Hamm hat Möglichkeiten aufgezeigt, das Problem des Alkohol- und Drogenkonsums im Straßenverkehr mit den Schülerinnen und Schülern aufzuarbeiten.
Die Rolle der schulfachlichen Beraterinnen und Berater für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung, die Probleme im Schulalltag aber auch die Motivation, eine entsprechende Aufgabe wahrzunehmen, wurden in Kurzreferaten von zwei schulfachlichen Beratern, Olivia Ludwig (für Grundschulen) und Bernd Olbrich (für weiterführende Schulen) anschaulich gemacht. In einem übergreifenden Workshop unter Leitung von Peter Vinke (ehemaliger schulfachlicher Berater) konnte dies vertieft werden. Dazu wurden auch konkrete Wünsche formuliert und Vorschläge für strukturelle Veränderungen entwickelt.