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Mehr als schwarz und rund – Winterreifen

Das Bild zeigt zwei Reifen mit Gesichtern, die einen Helm beziehungsweise eine Wollmütze tragen. Links ist ein Reifen mit Sonnenbrille und Helm, rechts ein Reifen mit Wollmütze und Schal. Darüber steht: 'Zum Verwechseln ähnlich und doch so verschieden: Sommerreifen im Sommer! Winterreifen im Winter!'. Der Text beschreibt die Wichtigkeit der richtigen Bereifung je nach Jahreszeit für die Verkehrssicherheit. Das Bild enthält Logos der Unfallkasse NRW, Vision Zero und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat.

Manche Dinge erscheinen in der Theorie so einfach. Doch in der Praxis sieht es oft ganz anders aus. Winterreifen heißen Winterreifen, weil sie für den Winter die richtige Bereifung sind. Das gleiche gilt für Sommerreifen und den Sommer. Eigentlich ganz einfach. Aber: Reifen sind schwarz und rund, egal ob Winter- oder Sommerreifen. Das scheint viele Autofahrer dazu zu verleiten, die Unterschiede zwischen den Reifen zu unterschätzen und zum Beispiel die Winterreifen im Sommer abzufahren. Oder das ganze Jahr auf Sommerreifen zu fahren. Keine gute „Idee“. Warum?

Die Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) haben eine ganz klare Antwort: Winterreifen im Winter, Sommerreifen im Sommer. So lautet die Devise der Sicherheitsprofis. „Reifen müssen enormen Belastungen standhalten. Die Aufstandsfläche aller vier Reifen ist kaum größer als die eines Mannes mit Schuhgröße 44. Allerdings müssen die Reifen ein Gewicht von etwa 1,5 Tonnen schnell zum Stehen bringen.“, erklärt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim DVR. Aber was ist denn jetzt der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen? „Die Reifen unterscheiden sich hauptsächlich in zwei Eigenschaften: dem Profil und der Gummimischung.“ Die Gummimischung von Sommerreifen ist deutlich härter, weil sie im Sommer extremen Temperaturen ausgesetzt ist. Wer Winterreifen im Sommer fährt, nimmt durch die weichere Mischung einen längeren Bremsweg und einen deutlich höheren Abrieb in Kauf.

Das Profil von Winterreifen zeichnet sich durch sogenannte Lamellen aus – viele kleine Profileinschnitte, die sich mit Schnee und Eis verzahnen und ein Schlittern über die winterliche Straße verhindern. Das Profil von Winterreifen ist in der Regel nicht für das Verdrängen von viel Wasser gestaltet. Sommerreifen können einen Starkregen besser bewältigen.

Die Faustregel besagt: von O(ktober) bis O(stern) ist Winterreifenzeit.