Uhr
Neu konzipierter "Risiko-Parcours" für Straßenwärter geht auf Reisen
Entfernungen heranbrausender Autos auf Autobahnen mit einem Blick durch den Lkw-Seitenspiegel einschätzen, Abstände von vorbeifahrenden Fahrzeugen bestimmen und Geschwindigkeiten der anderen Verkehrsteilnehmer ermitteln, das sind Aufgaben, die sich den Straßenwärtern beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen beim neu konzipierten "Risiko-Parcours Straßenbetriebsdienst" stellen. Der Parcours wurde von der Unfallkasse NRW zusammen mit dem NRW-Verkehrsministerium, dem Netzwerk Verkehrssicheres NRW, der Bayerischen Unfallkasse und Straßen.NRW entwickelt und soll Straßenwärtern helfen, gefährliche Situationen im Arbeitsalltag besser einschätzen zu können und die Arbeit sicherer zu machen.
Hier bestand die Aufgabe nicht darin möglichst viel Müll zu sammeln, sondern während der Tätigkeit sich auf fremdartige Geräusche zu konzentrieren, die eine mögliche neue Gefährdung bedeuten können.
Der Risiko-Parcours hatte jetzt in der Autobahnmeisterei Kaarst seine Premiere und soll in den kommenden Monaten durch weitere Meistereien des Landesbetriebes Straßenbau touren. Langfristig sollen auch die bayerischen Straßenwärter von einer Version des Parcours profitieren. Rund 100.000 Euro hat die Entwicklung des fünf Stationen umfassenden Parcours gekostet. Zurückzuführen ist die Idee auf einen Ideenwettbewerb bei Straßen.NRW.
Geschwindigkeiten und Entfernungen von Fahrzeugen richtig einzuschätzen war eine weitere Aufgabe.
"Arbeitsschutz kann gar nicht hoch genug gewichtet werden", betonte Michael Heinze aus dem NRW-Verkehrsministerium bei der Präsentation in Kaarst. "Schließlich weist die Statistik Jahr für Jahr einen toten Kollegen aus sowie mehr als 20 Unfälle mit schlimmen Verletzungen", so Heinze. 
Michael Heinze vom NRW-Verkehrsministerium
"Ich freue mich, das mit diesem Sicherheits-Parcours unseren praktischen Bemühungen um mehr Sicherheit für unsere 2.000 Straßenwärter ein weiterer Baustein hinzugefügt wird", sagte Straßen.NRW-Hauptgeschäftsführer Winfried Pudenz und verwies auf seinen Stabsbereich Arbeitssicherheit, der die Gefährdungen und jeden Unfall mit Straßenwärtern analysiert, sich zusammen mit den Fachbereichen ständig um eine Optimierung der Sicherheitskleidung und der Fahrzeuge kümmert sowie in weiteren internen Fortbildungen über die neuesten sicherheitstechnischen Erkenntnisse informiert. 
Winfried Pudenz, Hauptgeschäftsführer Straßen.NRW
Manfred Lieske als Mitglied der Geschäftsführung der Unfallkasse NRW zeigte sich zufrieden, dass an dem neuen Produkt die betroffenen Straßenwärter selbst mitgewirkt haben: "Sie sind schließlich durch ihre täglichen Erfahrungen die besten Experten."
Manfred Lieske, Mitglied der Geschäftsführung der Unfallkasse NRW
Straßenwärter bei Straßen.NRW sind vor allem dafür verantwortlich, die mehr als 20.000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen im Bundesland zu kontrollieren und kleine Reparaturen durchzuführen, das Grün entlang der Strecken zu pflegen, verlorene Ladung und Gegenstände von den Straßen zu bergen, Unfallstellen abzusichern, Umleitungen einzurichten und im Winter für möglichst schnee- und eisfreie Straßen zu sorgen.