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Stadt Solingen und Unfallkasse NRW arbeiten zusammen

Gruppe von Personen unterzeichnet Dokument.

Sieben Personen, formell gekleidet, stehen oder sitzen um einen Tisch. Zwei Männer sitzen nebeneinander und unterzeichnen ein Dokument. Die umstehenden Personen beobachten den Vorgang. Der Kontext deutet auf ein formelles Treffen zur Förderung von Arbeitsschutz und Prävention hin.

Die Stadt Solingen und die Unfallkasse
Nordrhein-Westfalen vereinbaren die Zusammenarbeit bei der Einführung
eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. (BGM).  Die Unterstützung der Stadt Solingen durch die Unfallkasse NRW erfolgt durch eine kostenlose Prozessberatung.“
Die Unfallkasse setzt damit ihren sozialgesetzlich geforderten Präventionsauftrag nachhaltig um, „neben Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten auch arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten.“

Das sind nur wenige Zeilen aus einem umfangreichen
Kooperationsvertrag, den der Solinger Oberbürgermeister
Norbert Feith und Manfred Lieske,
Mitglied der Geschäftsführung der Unfallkasse NRW, heute (14. März 2011) im Solinger Rathaus unterzeichneten.

Oberbürgermeister Norbert Feith: „Betriebliches
Gesundheitsmanagement soll dazu beitragen, dass die
Organisation, die Arbeitsprozesse und die Rahmenbedingungen
bei der Stadt „alter(n)sgerecht“ gestaltet werden und die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich selbst
gesundheitsbewusster am Arbeitsplatz verhalten.“

„Für die Unfallkasse NRW ist das Betriebliche
Gesundheitsmanagement ein adäquates und erfolgreiches
Instrument im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
Seit einigen Jahren setzt sich die Unfallkasse Nordrhein-
Westfalen darum intensiv mit dem Thema auseinander und
unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen bei der Einführung von
Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)“, erklärt Melanie
Spiegelberg. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Stadt Solingen
und leitet für die Unfallkasse das gemeinsame Projekt.

Ein gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement trägt dazu bei,
dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund und fit bleiben.
Und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein Gewinn
für jedes Unternehmen und jede Verwaltung. So kann der
Krankenstand gesenkt und die Effektivität gesteigert werden.

Außerdem kommt ein optimierter Arbeits- und
Gesundheitsschutz den Beschäftigen direkt zugute. Denn jeder
verhinderte Arbeitsunfall sowie jede verhinderte Berufskrankheit
erhält Lebensqualität und erspart Leid.

Letztendlich profitieren so beide Kooperationspartner. Denn eine
gesunde Belegschaft bedeutet für die Unfallkasse NRW weniger
Kosten für Rehabilitation und Entschädigung und hilft so die
Mitgliedsbeiträge der ohnehin belasteten Kommunen für die
Unfallkasse stabil zu halten, erläutert Manfred Lieske, Mitglied
der Geschäftsführung der Unfallkasse NRW.

Die Vertragsschließung hat zwei Hintergründe:

Zum einen ist der Krankenstand der Stadt Solingen seit Jahren
angestiegen, was nicht zuletzt eine Folge der Altersentwicklung
in der Verwaltung ist. Im Jahr 2005 wurden 22.834 Krankentage
bei der Verwaltung gezählt; im Jahr 2010 waren es schon
28.324. (Quote: 5,69 Prozent) Im gleichen Zeitraum stieg das
Durchschnittsalter der Beschäftigten von etwa 43,5 auf rund 45
Jahre. Das Dilemma der Stadt: Eine alternde Belegschaft muss
stetig mehr leisten, weil Stellenstreichungen und
Arbeitsverdichtung den Arbeitsdruck erhöhen.

Zum zweiten ist die Stadt seit Ende 2009 tarifvertraglich
verpflichtet, etwas für den betrieblichen Gesundheitsschutz und
die betriebliche Gesundheitsförderung im Sozial- und
Erziehungsdienst zu tun.

Beide Aspekte mündeten im März 2010 in den Beschluss der
Stadtspitzen, ein „betriebliches Gesundheitsmanagement"
flächendeckend bei der Stadt einzuführen und im
Erziehungswesen damit zu starten. Schon in der
Konzeptionsphase im Laufe des Jahres 2010 stand die
Unfallkasse NRW der Stadt beratend zur Seite. Jetzt, da das
Projekt in die Praxisphase geht, sollten die gemeinsamen Ziele
und die Rollen der Partner vertraglich festgeschrieben werden.

Das ist bisher geschehen:

1. Projektorganisation: Etablierung der Lenkungsgruppe
„Arbeitskreis Gesundheit“, bestehend aus Projektoberleiter
Beigeordneter Ernst Schneider, Projektleiterin Ellen Krell und
Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitssicherheit, des
Arbeitsmedizinischen Dienstes, der Stadtdienstes Gesundheit
und weiteren städtischen Stellen.

2. Konzeption. Die Lenkungsgruppe legte fest, in zwei Pilot-
Kindertagesstätten („Sonnenblume“ und „Quintino“) zu starten
und die weiteren Kindertageseinrichtungen sowie die
Notschlafstelle folgen zu lassen. Erst im Anschluss daran wird
BGM für die Bereiche des Sozialdienstes eingeführt; danach
sukzessive auf die restliche Verwaltung ausgedehnt.

3. Die „Betrieblichen Kommission für den Sozial- und
Erziehungsdienst“ wurde gebildet, wozu die Stadt
tarifvertraglich verpflichtet war. Sie besteht aus sechs
Mitgliedern, die je zur Hälfte vom Personalrat und vom
Arbeitergeber gestellt werden und begleitet das Projekt.

4. Beginn der Arbeit in den Pilot-Kindertagesstätten
Das heißt Informationsgespräche, Interviews und Workshops mit
Leitung und Mitarbeiterschaft, Begehung der Gebäude, Bildung
von Gesundheitszirkeln und Arbeitskreisen, Entwickeln von
Vorschlägen, regelmäßiger Informationsaustausch zwischen
Lenkungsgruppe und Arbeitsgruppen.

Für 2011 geplant:

  • Führungskräfteworkshop mit allen Kindertages-Einrichtungsleitungen
  • Begehungen der weiteren Kindertageseinrichtungen
  • Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen und Einrichtungvon Gesundheitszirkeln.
  • Abschluss einer Dienstvereinbarung zum BetrieblichenGesundheitsmanagement

Was leistet BGM?

Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Stadt Solingen
ist die beabsichtigte dauerhafte Entwicklung und Etablierung
betrieblicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse
mit dem Ziel der gesundheitsförderlichen Gestaltung von Arbeit
und Organisation und der Befähigung der
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu einem gesundheitsförderlichen
Verhalten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement setzt die Themen
Gesundheit und Wohlbefinden ganzheitlich im betrieblichen
Alltag um. Dies gelingt, indem sie in vorhandene betriebliche
Strukturen und Prozesse integriert wird.

Betriebliches Gesundheitsmanagement unterstützt die
Modernisierung der Stadt Solingen und trägt dazu bei, die
Effizienz und Qualität der Arbeit zu erhöhen und die
Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu stärken.

Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei
der Stadt Solingen zielen darauf ab

  • den Gesundheitszustand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern und die Gesundheitskompetenz zu fördern,
  • die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu erhalten bzw. zu steigern,
  • die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu erhalten bzw. zu erhöhen,
  • die Kompetenzen von Führungskräften hinsichtlich einergesundheitsförderlichen Führung zu stärken,
  • die Kommunikation und Transparenz im Betrieb zu intensivieren und
  • die Kosten durch Krankheit und arbeitsplatzbedingte Beeinträchtigungen zu senken.