© Alina - stock.adobe.com

Resilienz

Der Begriff Resilienz (lat. „resilio“ = abprallen, zurückspringen) bezeichnet in der Physik hochelastische Werkstoffe, die nach jeder Verformung ihre ursprüngliche Form wieder annehmen.

Verhaltensforscher haben das Modell der Resilienz Anfang der Neunzigerjahre auf Menschen übertragen: Es kennzeichnet Personen, die durch die Anpassung ihres Verhaltens erfolgreich mit Veränderungen, belastenden Umständen und deren negativen Folgen umgehen. 

Sie besitzen die Fähigkeit, gezielt auf Ressourcen zurück zu greifen und sich an ändernde Situationen anzupassen, die gegebenen Situationen zu akzeptieren und Krisen kein allzu großes Gewicht zu verleihen, ohne Belastungen auszublenden oder zu beschönigen. 

Kurz: Resilienz steht für die Widerstandskraft von Individuen angesichts belastender Lebens- und Arbeitsereignisse und drückt sich aus durch die Einstellung zum Leben.

Grundlage dafür sind bestimmte Fähigkeiten und Ressourcen, die als Resilienz-Faktoren bezeichnet werden. Menschen mit einer hohen Resilienz unterscheiden sich von weniger resilienten Menschen durch höhere Ausprägungen bei diesen sieben Resilienz-Faktoren.

Bei den sieben Resilienz-Faktoren handelt es sich um

Resiliente Menschen sind realistisch und verfügen über eine hoffnungsvolle Grundhaltung bezogen auf den Ausgang schwieriger Situationen. Sie sehen Krisen als zeitlich begrenzt und überwindbar an.

Resiliente Menschen empfinden Veränderungen nicht als Bedrohung sondern als elementaren Bestandteil persönlichen Wachstums.

Resiliente Menschen denken nicht in Problemen, sondern fokussieren sich auf die Lösung. Sie denken vorwärtsgewandt und nehmen Einfluss auf die Gestaltung einer Lösung.

Resiliente Menschen sind überzeugt davon, dass eigene Fähigkeiten und ausreichende Handlungsspielräume zur Bewältigung einer Situation beitragen. Sie sehen sich nicht als Opfer.

Resiliente Menschen halten Krisen für beeinflussbar und überwindbar, sie entscheiden selbst, wie sie auf Herausforderungen oder Widrigkeiten reagieren. 

Resiliente Menschen verfügen über ein Netzwerk aus Geschäftspartnern, Familie und Freunden, dessen Unterstützung und Hilfe sie in schwierigen Situationen erfragen und nutzen können. 

Resiliente Menschen gestalten ihre Zukunft selbst, nehmen sie aktiv in die eigenen Hände. Diese Kompetenz ist eng verknüpft mit den anderen Resilienz-Faktoren, besonders Lösungsorientierung durch Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung.

Resilienz lässt sich in jedem Alter weiter ausbauen und trainieren. 
Das Modell der Resilienz lässt sich auch übertragen auf soziale Systeme wie beispielsweise Arbeitsteams.