Stress
Für die Entstehung von Stress am Arbeitsplatz sind in erster Linie die dauerhaften und/oder kurzfristig aufeinanderfolgenden betrieblichen Belastungsfaktoren ausschlaggebend.
Dazu zählen auf der arbeitsorganisatorischen Ebene beispielsweise die Arbeitsaufgabe, die Qualifikation und weitere Arbeitsbedingungen. Aber auch soziale Faktoren (z. B. Zusammenarbeit im Team) sowie technische bzw. ergonomische Defizite können Stress am Arbeitsplatz bewirken.
Bei Stress handelt es sich um einen „Zustand, der durch hohe Aktivierungs- und Belastungsniveaus gekennzeichnet ist und oft mit dem Gefühl verbunden ist, man könne die Situation nicht bewältigen“ (Europäische Kommission, Generaldirektion V, 1997).
Generell werden verschiedenen Arten von Stressoren unterschieden. Eine Übersicht mit Beispielen dazu finden Sie hier.
Mögliche Stressoren …
- Unklare, widersprüchliche Anweisungen
- Mangelnde Mitwirkungsmöglichkeiten
- Konkurrenz
- Mangelnde Anerkennung
- Mangelnde Unterstützung
- Über- / Unterforderung
- Hohe Verantwortung
- Enge Zeit- und Terminvorgaben
- Lärm
- Hitze
- Verletzungen
- Hunger
- körperlicher Konstitution
- Versagensängste
- Familiäre Konflikte
Abhängig von den individuellen Voraussetzungen (z.B. Erfahrungen, Fähigkeiten, gesundheitlicher Zustand) und Bewältigungsstrategien wird eine identische Situation von verschiedenen Personen unterschiedlich wahrgenommen und bewertet (vgl. Belastungs-Beanspruchungsmodell). Hat eine Person das Gefühl, die aktuelle Situation nicht bewältigen zu können, reagiert sie gestresst. Die Stressreaktionen können auf körperlicher Ebene, auf Verhaltensebene oder auf der Ebene der Gedanken und Gefühle auftreten.
Mögliche Stressreaktionen
- Steigender Blutdruck
- Pulsrasen
- Muskelverspannung
- steigende Atemfrequenz
- sinkende Verdauungstätigkeit
- Hastiges, verkrampftes Arbeiten
- fehlende Pausen
- „nebenbei“ essen
- mangelnde Planung und Übersicht („Tunnelblick“)
- Angst
- Enttäuschung
- Gereiztheit
- Ärger
- „Immer ich!“
- „Jetzt auch das noch!"
- „Das schaffe ich nie!“
Für ein ganzheitliches Stressmanagement sind grundsätzlich zwei verschiedene Ansatzpunkte zum Abbau von arbeitsbedingtem Stress wichtig:
- Im Rahmen der Verhältnisprävention werden Maßnahmen im technischen, arbeitsorganisatorischen sowie sozialen Bereich ergriffen, die zur Gestaltung eines stressfreien Arbeitsplatzes beitragen können.
- Ergänzend können verhaltensbezogene Trainingsmaßnahmen auf individueller Ebene die Bewältigungskompetenzen der Mitarbeitenden fördern.
Seminare:
- „Stressprävention und -management: Schach dem Stress!“
- „Durch Achtsamkeit Belastungen reduzieren und Stress bewältigen“ (Teil 1 & 2)
Medien:
- „Mein persönliches Stressprofil“ (S 45)
- „Stress, Mobbing & Co. – Psychische Belastung im Arbeitsleben“ (PIN 13/DGUV Information 206-013)
- „Stressbewältigung als Führungsaufgabe“ (PIN 63)