Trauma
Unter traumatischen Ereignissen versteht man plötzlich auftretende Extremsituationen, die verstörende Ausnahmen von den normalen Geschehnissen des Alltags darstellen.
Sie beinhalten die Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, ernsthaften Gesundheitsschäden oder sonstigen Gefahren für die Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer.
Schwere Betriebsunfälle, Gewalttaten, Überfälle oder Drohungen sind typische Beispiele für traumatisierende Ereignisse. Sie passieren selten, können aber hoch belastend und folgenschwer sein.
Ein traumatisches Ereignis unterscheidet sich von einer alltäglichen psychischen Belastungssituation dadurch, dass die Betroffenen Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust erleben. Typische Reaktionen nach einem traumatischen Ereignis können z. B. sein:
- Gefühle von Todesangst, Schuld, Erstarrung, Betäubung, Ausgeliefert sein
- ausgeprägte Körperreaktionen:
Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Weinen, Schreien, Zittern, Schwitzen, Übelkeit - Unruhezustand, Überaktivität:
z. B. Umherrennen, Fluchtreaktionen, panische Angst - aggressives Verhalten
- veränderte Wahrnehmung:
z.B. veränderte Zeitwahrnehmung, Wahrnehmung des Geschehens wie von außen, Wahrnehmen nur weniger Einzelheiten („Tunnelblick“) - Gefühle von Betäubung und Unwirklichkeit:
z. B. das Ganze wie im Film erleben, die eigene Person als fremd wahrnehmen - innerlicher Rückzug, z. B. wie unter einer Glocke sitzen
- Einschränkung von Aufmerksamkeit und Konzentration
Die Reaktionen treten in der Regel bereits während oder kurz nach dem Ereignis auf und können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich in Art und Ausprägung sein. Bei den meisten Betroffenen klingen die Reaktionen nach wenigen Stunden oder Tagen ab.
Es kann jedoch auch zu schwerwiegenderen Beeinträchtigungen, z. B. in Form einer posttraumatischen Belastungsstörung, Suchtverhalten oder Depressionen kommen. Diese Reaktionen können auch zeitlich deutlich verzögert, ggf. erst nach Monaten oder Jahren auftreten.
Für Betroffene können sie eine extreme Beanspruchung und für die Unternehmen erheblichen wirtschaftlichen Schaden (z.B. durch lange Ausfallzeiten oder Berufsunfähigkeit) bedeuten.
Zu den Pflichten der Unternehmen gehört es, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und Maßnahmen zur Vorbeugung sowie zum Umgang mit traumatisierten Mitarbeitenden vorzusehen.
Vertiefende Informationen zu den Themen Notfallorganisation sowie betriebliche psychologische Ersthelfende finden Sie hier.
Seminare:
„Ausbildung von betrieblichen psychologischen Erstbetreuenden (bpE) bei traumatischen Ereignissen“
Traumatische Ereignisse im Job - Bausteine betrieblicher Nachsorgekonzepte“
Medien:
S46 Trauma - was tun?
(vorhandene Versionen: deutsch, arabisch, englisch, russisch, türkisch, ukrainisch)
S 47 Trauma - was tun? Kinder und Jugendliche (vorhandene Versionen: deutsch, arabisch, englisch, russisch, türkisch, ukrainisch)
DGUV-Broschüren:
DGUV Information 206-017: Gut vorbereitet für den Ernstfall! - Mit traumatischen Ereignissen im Betrieb umgehen
DGUV Information 206-018: Trauma – Psyche – Job – Ein Leitfaden für Aufsichtspersonen
DGUV Information 206-023: Standards in der betrieblichen psychologischen Erstbetreuung 8bpE) bei traumatischen Ereignissen
DGUV Information 207-012: Traumatische Ereignisse in Gesundheitsberufen
DGUV Grundsatz 306-001: Traumatische Ereignisse – Prävention und Rehabilitation
Ansprechpersonen
Corinna Wiegratz
Ansprechpersonen bei Leistungsfragen
Reg.-Bez. Düsseldorf und Köln
Thomas Pflieger
Reg.-Bez. Münster und Detmold
Michael Reisch
Reg.-Bez. Arnsberg
Dietmar Reinker