© Prostock-studio - stock.adobe.com

Konflikte

Dort wo Menschen zusammenarbeiten, sind Konflikte unausweichlich. 

Ursachen von Konflikten können zum einen in den Arbeitsbedingungen eines Betriebes wie ungeklärte Zuständigkeiten, knappe Ressourcen, unzureichende Kommunikation, gegenseitige Abhängigkeiten usw. liegen. Aber auch persönliche Bedingungen wie Haltung und Werte, Grundbedürfnis nach Anerkennung und Akzeptanz, Kampf um Macht und Einfluss usw. können Konflikte verursachen.

Die unterschiedlichen Ursachen rufen verschiedene Arten von Konflikten hervor

  • widersprüchliche Anforderungen, zwei oder mehrere unvereinbare Ziele

  • unklare Arbeitsorganisation, unklare Arbeitsaufgaben
  • unterschiedliche Erfahrungs- und Wissenshintergründe

  • knappe Ressourcen
  • Konkurrenz

  • Missachtung des Grundbedürfnisses nach Anerkennung und Akzeptanz
  • Kampf um Macht und Einfluss
  • Misstrauen
  • interessierte Selbstgefährdung
  • Work-Life-Balance
     

  • unterschiedliche/widersprüchliche Anforderungen an eine Person in einer Rolle  
  • unterschiedliche Anforderungen an eine Person mit verschiedenen Rollen (Führungskraft und Privatperson)
     

Ein Konflikt ist eine von einer Seite als emotional belastend oder sachlich inakzeptabel empfundene Interaktion, die durch eine Unvereinbarkeit der Verhaltensweisen, der Interessen, Ziele sowie der Annahmen und Haltungen der Beteiligten gekennzeichnet ist

Definition der Bundeszentrale für politische Bildung

Grundsätzlich sind Konflikte nichts Beklagenswertes. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht bzw. dass man mit diesen umgeht, damit Konflikte nicht entgleisen (siehe Eskalationsstufen).

Das Diagramm zeigt die Stufen der Konflikteskalation nach Glasl von einer einfachen Meinungsverschiedenheit bis zur Katastrophe. Auf Ebene 1 sind die Stufen 'Verhärtung', 'Polarisation + Debatte' und 'Taten statt Worte'. Ebene 2 enthält 'Sorge um Image + Koalition', 'Gesichtsverlust' und 'Drohstrategien'. Auf Ebene 3 sind 'begrenzte Vernichtungsschläge', 'Zersplitterung' und 'gemeinsam in den Abgrund' dargestellt. Jede Stufe ist grafisch mit steigender Intensität von links nach rechts aufgebaut. Zwei Menschensilhouetten auf Ebene 1, 2 und 3 symbolisieren Interaktionen. Das Diagramm unterstützt den Kontext von Arbeitsschutz und Prävention bei der Unfallkasse NRW. © Quelle: Konflikteskalation nach Glasl

Die drei Konfliktebenen lassen sich folgendermaßen beschreiben

Ebene 1 Win-Win
Die Konfliktbeteiligten finden ohne Hilfe von außen eine Lösung, mit der beide Parteien zufrieden sind.

Ebene 2 Win-Lose
Hier gibt es maximal eine Partei, die halbwegs unbeschadet aus dem Konflikt herauskommt. Die andere wird die Verliererin oder der Verlierer sein.

Ebene 3 Lose-Lose
Eine „Lösung“, die nur Verliererinnen und Verlierer kennt und keine Gewinnerinnen und Gewinner.

Konflikte betreffen nicht nur die Konfliktparteien, sondern können sich auf ganze Teams und Organisationen ausweiten. Die Auswirkungen von Konflikten zeigen sich einerseits auf individueller Ebene. Ungelöste Konflikte können ein Ausgangspunkt für Stress, Sucht, Mobbing und Gewalt sein. Andererseits können sich Konflikte auf der Ebene von Organisationen auswirken z.B. in Form von schlechtestem Betriebsklima, Personalausfall, Produktivitätseinbußen und Fehlern oder erhöhter Fluktuation.

  • Aufgrund dieser möglichen vielfältigen Auswirkungen sollte die Unternehmensleitung ein hohes Interesse daran haben, konfliktvermindernde Bedingungen zu stärken und ggf. Maßnahmen zu ergreifen, z.B.:
  • Arbeitsorganisation anpassen, z.B. Zuständigkeiten und Schnittstellen klären, ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen
  • Schulungen zu Themen Führungsverhalten/ Kommunikation/Konfliktmanagement/ Teambildung
  • alle arbeitsorganisatorischen Maßnahmen, die für ein gutes Betriebsklima sorgen
  • Regelungen zu Kommunikation/Dienstvereinbarungen Kommunikation
  • Betriebliche und überbetriebliche Unterstützung bei Konflikten (Kollegiale Beratung / Coaching/Mediation/Supervision)

Seminare
Konstruktive Konfliktlösungen für Führungskräfte